Höhen und Tiefen in der Malerei

Nicht jedes Vorhaben gelingt! Das ist im Leben so und in der Malerei nicht anders! Das sind einfach Hindernisse, die einem in den Weg gelegt werden. Betrachte Hindernisse als Möglichkeiten und als Inspiration!

Da ich ständig mit Materialien experimentiere, ist die Gefahr natürlich groß, dass ein Bild misslingt. So habe ich kürzlich eine Untermalung mit Gouachefarben angelegt und mit roter Tusche dynamische Schwünge 😉 eingezeichnet. Als ich dann meine Grundierung für Pastellkreide aufbringen wollte, stellte sich heraus, dass die rote Tusche wasserlöslich ist und ausblutete, als ich mit dem Pinsel darüber strich. Erst habe ich mich geärgert, weil die roten Striche das Bild nun dominierten. So sollte das eigentlich nicht werden. Schmeiß ich den guten Aquarellkarton weg? 600g starkes Aquarellpapier ist schon eine kleine Investition. Das war mir zu schade.

Lösung: Ich bilde mir einfach ein, dass das mit der roten Tusche so gewollt war und integriere diese dicken, auffälligen Striche in das Gesamtbild. Einen Teil der Untermalung habe ich ja mit Pastellkreide abgedeckt aber die rote Tusche schlug einfach immer wieder durch. Also setz ich  dem Ganzen zusätzlich noch einen dicken und noch dunkleren Strich obendrauf! 🙂 So ist schlussendlich doch ein lebendiges, abstraktes Pastellbild entstanden – mit Höhen und Tiefen!

Höhen und Tiefen
Pastell/Mixed Media, 30×40 cm
(c) Alexandra Jacob

Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden.
Es gibt immer eine Lösung! Einfach immer weitermachen. Durch Experimentieren und Fehler lernt man viel dazu!

Frühlingsskizzen

Der Frühling war mal ganz kurz bei uns im März, da musste ich gleich raus in den Garten! Natürlich nicht ohne Zeichen-Utensilien! Für Acrylfarben war es zu warm, deshalb habe ich mich für Aquarellfarben, Stifte, Zeichenfeder und Schreibtinte entschieden.

Zeichnung Schneeglöckchen
(c) Alexandra Jacob

Ich habe einfach meine Schneeglöckchen mit einem schwarzen Tuschestift auf’s Papier gebracht und mit wasserlöslichen Markern coloriert. Fehlende Farben habe ich aus meinem Aquarellkasten ergänzt.

Wasserlösliche Marker (hier von der Firma Tombow) kann ich sehr empfehlen, da sie sowohl eine Feinspitze (für Details) als auch eine sogenannte Brush-Spitze (für Flächen) auf der anderen Seite haben . Die Farben können ganz einfach mit Pinsel und Wasser angelöst werden. Empfehlenswert ist dafür auch ein sogenannter Wassertank-Pinsel (im obigen Foto unten links zu sehen), dann hat man direkt das benötigte Wasser dabei, falls man unterwegs zeichnet.

Es war an dem Tag so warm, dass die Farben unmittelbar nach dem Auftrag schon trocken waren! Trotzdem gefiel mir die Kombination von Tusche, Feder und Farben und habe gleich noch ein weiteres Bild gemalt:

Zeichnung Winterschneeball
(c) Alexandra Jacob

Unser Winterschneeball ist der erste Busch in unserem Garten, der im Frühjahr Blüten trägt, deshalb musste ich eine Blüte davon malen!

Hierbei kamen nur die Stifte zum Einsatz und der Wassertank-Pinsel. Ohne besondere Absicht einfach drauf los malen und zeichnen, wie schön!

Das Ergebnis erinnert mich im Nachhinein an einen herrlich entspannten Nachmittag im wunderwar wärmenden Sonnenschein! Ein paar Tage später kam dann die Winterkälte wieder und ich musste im Zimmer malen, wie schade 😦 . Aber der nächste Sommer kommt doch bestimmt noch! – Oder?

Aus Alt mach Neu! -Teil 2

Endlich Frühling!
Endlich wieder frische Farbe in der Natur!
Endlich Sonne!
Endlich Wärme!

Das inspirierte mich zu einem neuen Bild. Ich holte mir ein paar frische Zweige ins Haus und musste sie mit verarbeiten… Und ich musste Farbe in das neue / alte Bild bringen – viiiiel sonnige, warme Farbe! So, dass es einen anspringt!
Voilà, da ist es:

Alive
Mixed Media, 100×100 cm
(c) Alexandra Jacob

Als Untergrund diente mir erneut eine alte Leinwand, die eigentlich entsorgt werden sollte. (Danke, liebe Carola! 😉 ) Aber nein, nicht doch! Da kann man noch was draus machen! Wie ich in meinem Beitrag „Aus Alt mach Neu!“ (Teil 1) schon berichtet habe, kann man ein plötzlich wertlos gewordenes Stück ganz unkompliziert in ein neues Kunstwerk verwandeln! Wenn es nicht klappt, kann man es immer noch entsorgen 🙂 .

Wie bei meinem Bild „Revival“ habe ich auch bei diesem großen Format (man beachte: es ist 100 x 100 cm! Für mich ein riesiges Bild!) zuerst eine Schicht Gesso aufgetragen und trocknen lassen. Die reichte leider nicht aus, um das darunter liegende Bild abzudecken und so musste ich noch eine weitere Schicht auftragen. Dann konnte ich endlich Bauschaum als Struktur auftragen. Es folgten diverse Farbschichten und frisch gesammelte Zweige aus der Natur. Weitere Strukturen habe ich durch eine dünn aufgetragene leichte Spachtelmasse und angedickte Acrylfarbe erzielt, die teilweise aufgespachtelt wurde.

Im Original sieht es wesentlich schöner aus, als auf dem Foto. Meinem Liebsten gefiel es so gut, dass er es mir gleich weggenommen und an die Wand gehangen hat! So war das gar nicht gedacht. Na gut, zum Entsorgen wäre es jetzt auf jeden Fall zu schade!

Frühlingsbotschaft

Schrift trifft Bild! Ein erster Versuch, schöne Schrift mit Pastellkreiden in einem Bild zu vereinen. Warum nicht? Hier das Ergebnis:

Frühlingsbotschaft Mixed Media, 30x40 cm (c) Alexandra Jacob

Frühlingsbotschaft
Mixed Media, 30×40 cm
(c) Alexandra Jacob

Gedanken zur Bildentstehung:

Immer wieder werde ich gefragt, ob ich mir meine Bilder selber ausdenke oder ob ich Vorlagen benutze und wie ich überhaupt darauf komme. Oberste Priorität meiner hier vorgestellten Bilder hat für mich: Es ist mein Bild, ich habe es entworfen!

  • Fotos: Wenn ich Fotos benutze, dann ausschließlich meine eigenen (wenn ein Foto nicht von mir ist, teile ich es ausdrücklich mit, habe das mit dem Fotografen dann vorher so besprochen).
  • Selbst erstellte Skizzen aus meinem Skizzenbuch dienen ebenfalls als Vorlage für ein großes Bild.
  • Inspiration! Ich sehe irgendwo ein Bild oder Strukturen in der Natur oder Farbzusammenstellungen, die mir im Kopf haften bleiben und unbedingt zu Papier gebracht werden wollen. Dinge, von denen ich denke: Toll, dass muss ich unbedingt auch mal probieren!
  • Neue Künstlermaterialien. Was könnte ich alles damit anstellen? Wofür ist es eigentlich gar nicht gedacht? Das muss doch aber möglich sein!
  • Wenn ich Texte in meine Bilder einbringe, dann handelt es sich entweder um Kopien aus uralten Büchern, für die es kein Copyright mehr gibt oder um selbstgeschriebene Zeilen (jedoch fremden Ursprungs, dann ist der Autor mit angegeben!).
  • Schablonen. Mittlerweile gibt es ganz tolle Schablonen im Handel, die auch dem eigenen kreativen Schaffen dienen sollen. Zeigen darf man die fertigen Kunstwerke dann jedoch nicht oder unter strengen Auflagen, denn Schablonen unterliegen auch einem Urheberrecht/Copyright. Also benutze ich nur von mir selbst hergestellte Schablonen!

 

Aus Alt mach Neu!

Man muss ein altes Bild nicht wegwerfen, wenn es einem nicht mehr gefällt, das ist zu schade um die Leinwand! Bei mir schlummern noch einige alte Bilder, die auf eine Neubearbeitung warten. Ich nutze diese Leinwände gern, um Experimente mit mir noch nicht so vertrauten Materialien zu machen. Das nachfolgende Bild zeigt eine fertig überarbeitete Leinwand:

Revival Mischtechnik, 50x50 cm (c) Alexandra Jacob

Revival
Mischtechnik, 50×50 cm
(c) Alexandra Jacob

Um eine bereits gestaltete Leinwand neu bemalen zu können, braucht man lediglich eine Schicht „Gesso“ mit einem Pinsel aufzutragen. Bei dem sogenannten Gesso handelt es sich um einen weißen Acrylkreidegrund, der für das Grundieren von festen und textilen Malgründen geeignet ist. Er ist wasserlöslich, lichtecht und alterungsbeständig und hat nach einer Trocknungsphase eine leicht raue Oberfläche, die dann neu eingefärbt werden kann, z.B. mit Acryl-, Gouache- oder Aquarellfarben. Man kann das Gesso auch direkt mit einem beliebigen Farbton einfärben und die Leinwand damit grundieren. Gesso gibt es übrigens auch in einem schwarzen Grundton.

Bei meinem überarbeiteten Bild „Revival“ habe ich nach der Grundierung mit Gesso Bauschaum aus dem Baumarkt aufgetragen. Bauschaum wird eigentlich zum Abdichten beim Einsetzen neuer Fenster verwendet. Er wird sehr voluminös während des Trocknungsprozesses, deshalb darf er im Bild nur ganz sparsam aufgetragen werden! Nachdem dieser trocken war, habe ich Acryltuschen in die Strukturen geträufelt und mit Wasser so lang besprüht, bis diese in die kleinsten Ritzen verlaufen waren. Ein paar Pigmente in die Leinwand eingerieben und abschließend noch „Treasure Gold“ Goldspuren mit einem weichen Tuch auf die erhabenen Stellen aufgetragen. Mit einem Abschlussfirnis versehen habt ihr dann einen neuen Hingucker geschaffen, der wieder ein paar Jahre Freude bringt. Hier noch Detailbilder:

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