Ausrüstung Pastellmalerei

Der Einstieg in die Pastellmalerei gestaltet sich schwierig, weil das Angebot an Pastellkreiden und -papieren sehr groß ist. Viele Hersteller bieten unterschiedliche Qualitäten und Mengen an, dabei gibt es sowohl Einzelkreiden als auch fertig gepackte Kästen mit z.B. 15, 30, 45, 60, 90 und noch mehr Farben zu kaufen.

Pastellkreiden bestehen aus pulverisierten Farben, die mit einem Bindemittel gemischt und in zylindrischen Formen gepresst und getrocknet werden. Je nach Menge des zugegebenen Bindemittels entstehen unterschiedlich harte Kreiden.

Harte Kreiden eignen sich eher für Zeichnungen und Studien oder um feine Details hinzuzufügen, weiche Kreiden eignen sich für pastose Bilder, erlauben ein Verschmelzen der Farben auf dem Papier.

Außerdem gibt es auch Pastellstifte, die für kleinformatige Bilder und Zeichnungen sehr gut geeignet sind. Sie ergänzen die Pastellkreiden, um Details in ein Bild einzufügen. Auch bei den Pastellstiften gibt es verschiedene Hersteller, die Stifte mit unterschiedlichen Härtegraden anbieten.

Verschiedene Pastellstifte

Verschiedene Pastellstifte

Pastellstifte der Firma Cretacolor sind ziemlich hart, die Stifte von Faber Castell sind etwas weicher und die der Firma Stabilo sind eher weich. Bei Bildern, die ausschließlich mit Pastellstiften gemalt werden, bevorzuge ich Faber Castell. Ein Beispiel findet ihr hier: Aliz in Pastell.

Bei den Kreidestäbchen bzw. Soft-Pastellkreiden zeige ich euch nachfolgend mal sechs verschiedene Hersteller, deren Kreiden alle unterschiedlich hart bzw. weich sind. Von links nach rechts, entsprechend von hart bis weich: Conté carré (hier grün), Faber Castell Polychromos, Jaxell, Rembrandt, Sennelier, Schmincke. Sennelier und Schmincke geben nur so wenig Bindemittel bei, dass die Kreiden gerade so zusammenhalten und bei der Berührung mit dem Papier sofort in die staubigen Pigmente zerfallen. Je weicher die Pastellkreiden, umso höherpreisiger sind sie.

Pastellkreiden verschiedener Hersteller

Pastellkreiden verschiedener Hersteller

Für einen Einstieg in die Pastellmalerei würde ich einen fertig zusammengestellten Kasten mit mittlerem Härtegrad empfehlen. Überlegt euch, welche Motive ihr bevorzugt, denn je nach Motivwahl (Portrait, Landschaft, Allgemein) sind die Kästen unterschiedlich farbig sortiert und bieten eine gute Grundlage, um loslegen zu können.

Wenn ihr einige Bilder mit den Pastellkreiden gemalt habt, werdet ihr feststellen, welche Farben oder Helligkeitsstufen einer Farbe euch fehlen und die würde ich einzeln hinzukaufen. Da beginnt die Sucht 🙂 !

Welche Kreiden sind die besten? Das werde ich oft gefragt und das kann man nicht beantworten. Jeder muss seine Favoriten durch Ausprobieren finden! Ich habe seehr viele Kreiden und stelle immer wieder fest: Ich brauche sie ALLE! Je nachdem, was ich male, entscheide ich mich für harte, mittelharte oder weiche Kreiden und kombiniere sie. Das Tolle ist: Sie lassen sich alle kombinieren!

Großen Einfluss auf das Resultat eines Bildes hat auch die Papierwahl. Die Auswahl an Pastellpapieren ist ebenfalls riesig. Um überhaupt eine Haftung der Farben zu erzeugen, muss der Malgrund rau sein. Reibt man die Kreidestäbchen über Papier, setzt sich das Pulver ab und dringt in die Struktur des Papiers ein.

Diverse Pastellpapiere

Diverse Pastellpapiere

Ich empfehle euch, verschiedenartige und -farbige Papiere zu testen! Auf dem Foto habe ich euch drei verschiedene Pastellpapiere rausgesucht.

Das Pastellpapier von Fabriano ist gut für härtere Kreiden geeignet. Canson Mi-Teintes-Papier ist auch prima, weil man beide Seiten des Papiers verwenden kann, die eine Seite ist strukturierter als die andere. Ein Beispiel dafür zeige ich euch demnächst in einem weiteren Blog-Eintrag zum Thema Pastellpapier.

Die Pastel Card hat eine sehr raue Oberfläche und verträgt viele übereinandergelegte Schichten Kreide. Grundsätzlich gilt: Wenn die Oberfläche des Papiers mit Kreidepigmenten gesättigt ist, hält die Kreide daran nicht mehr und das Bild würde verschmutzen, wenn ihr noch mehr auftragen würdet.

Abschließend möchte ich euch noch zeigen, welche Werkzeuge es bei der Pastellmalerei gibt: Wichtigstes Werkzeug sind eure Finger!

Manchmal kommt man nicht so richtig in die Ecken eines Motivs, da helfen mir die sogenannten Colour Shaper in verschiedenen Größen, die im folgenden Foto ganz oben abgebildet sind.

Werkzeuge Pastellmalerei

Werkzeuge Pastellmalerei

Darüber hinaus verwende ich einen Knetradierer für kleine Korrekturen und einen sogenannten Schwammpinsel, wenn ich Pastellschichten wieder entfernen möchte.

Es gibt auch „Torchons“, das ist das graue Ding mit den Spitzen an den Enden auf dem Foto. Man kann damit Kreide ins Papier einarbeiten. Liegt bei mir nur sinnlos rum.

Ganz unten abgebildet ist ein Pinsel speziell für die Pastellmalerei. Das dicke Ende soll ebenfalls zum Einarbeiten der Pigmente ins Papier sein und die schmale Seite benutze ich oft, um Kreide zu entfernen. Schönes Zubehör, ist jedoch nicht überlebensnotwendig 😉 .

So, das ist ein langer Blog-Eintrag geworden. Sind alle Fragen beantwortet? Ich habe mir Mühe gegeben, euch einen kompletten Überblick zu verschaffen und hoffe, euch hat der Beitrag gefallen!? Bei weiteren Fragen könnt ihr mir gerne schreiben.

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7 Gedanken zu „Ausrüstung Pastellmalerei

  1. Svenja

    Hallo!
    Ich hoffe du kannst die sonnigen Tage genießen?!
    Ich habe letztens das Mi Teintes Touch Papier hier mal ausprobiert (hatte ich schon seit längerem vor), und ich habe ja die Krise damit gekriegt ;)…gelobt sei die schöne Senni Card!
    Lieber Gruß aus Hannover,
    Svenja

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    1. farbvielfalt Autor

      Liebe Svenja, vor lauter schönem Wetter komme ich nicht zum Malen. Das Mi Teintes Touch Papier habe ich auch probiert (siehe Pastellbild Abends am Watt). Ich fand es eigentlich angenehm, darauf zu arbeiten. Was war denn so schlimm daran? Würde mich interessieren! Ich habe es gekauft, weil ich auch nasse Untermalungen machen kann. Das geht nunmal bei der Senni Card nicht, leider. Vlg Alexandra

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  2. Svenja

    Ja, ich bin auch dauernd draußen grade und komme sonst zu nichts ;). Muss auch mal sein.
    Bei dem Papier habe ich erst gedacht, dass sich das total gut reiben lässt, aber schon bei der zweiten Schicht ist die Farbe nur noch runter gerieselt und das Papier hat die Pigmente nicht mehr aufgenommen. Zwei oder drei oder mehr Schichten hält es einfach nicht. Da kommt immer die unterste Schicht Farbe wieder durch und von den oberen sieht man kaum was. Damit ist es leider aus meiner Bestellliste gestrichen, passt nicht zu meinem Malstil. Ich lege zu gerne und zu oft die Farben übereinander…schade eigentlich.

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    1. farbvielfalt Autor

      Genau! Jetzt wo ich das lese, fällt mir das auch wieder ein! Es ließen sich zwar mehrere Schichten auftragen, aber die unterste Farbschicht kam immer wieder durch und das war bei mir die Untermalung mit Gouache. Muss ich unbedingt erneut testen. Obwohl ich das ja auch toll finde, wenn die unteren Farben so durchschimmern. Dann fängt so ein Bild an zu glühen 🙂 . LG A.

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  3. Alexandra

    Hallo!
    Vielen Dank für diesen Blog-Eintrag! Ich habe mich jetzt für 24 Pastellstifte von Derwent entschieden und bin von der Farbintensität ziemlich begeistert. Auch finde ich es sehr schön wie einfach man weiche Ferbverläufe schaffen kann. Werde mir jedoch wahrscheinlich noch Softpastelle zulegen, denn die Stifte nutzen sich auf größeren Flächen doch ziemlich schnell ab. Habe manchmal das Gefühl nur am Anspitzen zu sein… 🙂
    Liebe Grüße
    Alexandra

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    1. farbvielfalt Autor

      Hallo Alexandra, freut mich, dass du den Blog-Eintrag gelesen hast. Für Details oder kleine Arbeiten sind die Pastellstifte toll, für größere Flächen kombiniere ich sie dann gern mit Rembrandt-Kreiden. Passend für Pastellstifte finde ich Fabriano Pastellpapier. Schau mal meinen Beitrag „Aliz in Pastell“ an, da habe ich mit Pastellstiften gearbeitet. Hast du auch schon ein Papier gefunden, dass dir zusagt? Viele Grüße deine Namensvetterin 😉

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      1. Alexandra

        Hey, ja, die Rembrand-Kreiden wollte ich demnächst mal ausprobieren. Über die habe ich schon viel gutes gelesen. Zum Thema Papier: bisher habe ich immer mein Zeichenpapier von Lana verwendet. Da steht drauf, dass es auch für Pastell geeignet ist. Manchmal ist es mir jedoch vond er Struktur schon einwenig zu grob. Werde mich dann auch mal durch verschiedene Papiere testen.
        Liebe Grüße Alexandra

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